Ein Lebensretter an der Wand
Ein Lebensretter an der Wand - dieser Defibrillator hängt jetzt am Eingang zum Sportheim des TSV Firnhaberau (Foto: Andreas Berndt)„Der Rettungsdienst braucht mindestens sieben Minuten bis in den Norden der Firnhaberau“, erklärt Rettungssanitäterin Ines Dollinger vom Roten Kreuz in Gersthofen. In dieser Zeit nichts zu tun, sei aus medizinischer Sicht falsch. Sobald eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet, sollen Umstehende über die 112 einen Notruf absetzen und mit der Wiederbelebung beginnen. Sind mehrere Helfer vor Ort, kann parallel jemand einen Defibrillator holen.
Der Deutsche Rat für Wiederbelebung empfiehlt eine kräftige Herzdruckmassage: Etwa 100 bis 120 Mal pro Minute sollte die Mitte des Brustkorbs um circa fünf bis sechs Zentimeter nach unten gedrückt werden. Der Defibrillator kann dabei unterstützen: Das Gerät führt die Helfer per Sprachanweisung durch alle Schritte und entscheidet selbst, ob ein Stromstoß nötig ist.
Einen Elektroschock gibt der automatische Defibrillator nur bei Kammerflimmern ab; ausgelöst wird dieser durch die Helfer per Knopfdruck. „Die Bedienung ist kinderleicht“, weiß Ines Dollinger aus ihren Erste-Hilfe-Kursen. Selbst Anfänger, denen sie ein solches Gerät ohne weitere Anweisung in die Hand gibt, können es an einer Reanimationspuppe korrekt einsetzen.
TSV-Vizepräsident Heiko Nöll begrüßt die Anschaffung: „Das gibt uns und den Menschen im Stadtteil ein gutes Stück mehr Sicherheit.“ Gerade weil der Verein viele Angebote auch für ältere Menschen hat, sei das ein wichtiger Schritt. Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Unterstützung mehrerer Sponsoren, wie der Siedlungsgenossenschaft und der Schwaben Apotheke.